Thomaskirche in Leipzig

Wo Luther predigte und Bach den Ton angab

Johann Sebastian Bach

Portrait
Johann Sebastian Bach (Foto: Stadtgeschichtliches Museum Leipzig/Christoph Sandig)
1723 trat der geniale Komponist und Organist Johann Sebastian Bach (1685 – 1750) die Stelle als Thomaskantor in der Thomaskirche an und behielt sie für 27 schaffensreiche Jahre bis zu seinem Tod. Als Director Musices war er für die Musik der vier Leipziger Hauptkirchen zuständig. Während dieser Zeit komponierte er herausragende Stücke wie das Weihnachtsoratorium, die Johannes-Passion und die Matthäus-Passion sowie unzählige Kantaten. Dabei widmete sich der überzeugte Lutheraner auch intensiv dem protestantischen Choral. Die besondere Bedeutung geistlicher Lieder für die evangelische Kirche geht bereits auf Martin Luther zurück, der einmal gesagt haben soll: „Singen ist eine edle Kunst und Übung.“ Mehr als 30 Kirchenlieder sind heute von Luther überliefert. Viele davon dienten Johann Sebastian Bach als Basis für mehrstimmige Chorsätze und Orgelbearbeitungen, die auch in der heutigen Zeit nichts von ihrer Ausstrahlungskraft verloren haben. 

Der Bach-Wiederentdecker - Felix Mendelssohn Bartholdy
Es ist hauptsächlich Felix Mendelssohn Bartholdy (1809 – 1847) zu verdanken, dass Bachs Musik im 19. Jahrhundert eine Renaissance erlebte und heute allerorten geschätzt und gespielt wird. Der Bach-Wiederentdecker ist ebenfalls untrennbar mit Leipzig verbunden, wo er unter anderem als Gewandhauskapellmeister tätig war. Bereits als Kind vom Judentum zum Protestantismus konvertiert, war sein musikalisches Schaffen von seiner tiefen Religiosität geprägt. So komponierte er neben der „Reformationssinfonie“ auch die beiden herausragenden Oratorien „Paulus“ und „Elias“.

Pilgerorte für Bach-Fans

Bach-Museum Leipzig
Bach-Museum Leipzig (Foto: LTM GmbH/Dirk Brzoska)
Bachs Grab liegt im Chorraum der über 800-jährigen Thomaskirche. Vor der Kirche, auf dem Thomaskirchhof, befindet sich ihm zu Ehren das 1908 errichtete Neue Bach-Denkmal des Leipziger Bildhauers Carl Seffner – ein beliebtes Fotomotiv für Musikfreunde aus der ganzen Welt.
 
Tipp: Wer mehr über Bachs Leben und Wirken in Leipzig erfahren will, sollte das Bach-Museum gleich gegenüber der Thomaskirche besuchen. Klangexperimente, Multimedia-Stationen und interaktive Elemente sind ebenso zu finden wie kostbare Originale. Ein besonderer Anziehungspunkt ist die Schatzkammer mit originalen Bach-Handschriften und anderen Raritäten.

Mendelssohn und die Bach-Renaissance

 Felix Mendelssohn Bartholdy nach Carl Jäger, um 1870 (Foto: Archiv Mendelssohn-Haus) | 500 Jahre Luther in Leipzig
Felix Mendelssohn Bartholdy nach Carl Jäger, um 1870 (Foto: Archiv Mendelssohn-Haus) | 500 Jahre Luther in Leipzig
Auch Felix Mendelssohn Bartholdy (1809–1847) – ebenfalls untrennbar mit Leipzig verbunden – war für die evangelische Kirchenmusik prägend. Der Sohn jüdischer Eltern konvertierte bereits als Kind zum Protestantismus. Seine tiefe Religiosität beeinflusste sein musikalisches Schaffen grundlegend. So komponierte er neben der „Reformationssinfonie“ auch die beiden herausragenden Oratorien „Paulus“ und „Elias“. Außerdem gilt Mendelssohn als Wiederentdecker Johann Sebastian Bachs, der nach seinem Tod zunehmend in Vergessenheit geriet. Seine Werke passten nicht mehr zum Zeitgeist. Das änderte sich schlagartig, als der erst 20-jährige Mendelssohn 1829 die Matthäus-Passion zur Aufführung brachte und damit die „Bach-Renaissance“ einleitete.Tipp: In Mendelssohns einstiger Wohnung in der Goldschmidtstraße ist heute das weltweit einzige Mendelssohn-Museum untergebracht. Die Besucher können nicht nur einen Blick in die authentischen Wohnräume werfen, es gibt auch zahlreiche interaktive Stationen zu Leben und Werk des Komponisten.

Tipp: In Mendelssohns einstiger Wohnung in der Goldschmidtstraße ist heute das weltweit einzige Mendelssohn-Museum untergebracht. Die Besucher können nicht nur einen Blick in die authentischen Wohnräume werfen, es gibt auch zahlreiche interaktive Stationen zu Leben und Werk des Komponisten.