Thomaskirche in Leipzig

Wo Luther predigte und Bach den Ton angab

Johann Sebastian Bach

Portrait
Johann Sebastian Bach (Foto: Stadtgeschichtliches Museum Leipzig/Christoph Sandig)
1723 trat der geniale Komponist und Organist Johann Sebastian Bach (1685 – 1750) die Stelle als Thomaskantor in der Thomaskirche an und behielt sie für 27 schaffensreiche Jahre bis zu seinem Tod. Als Director Musices war er für die Musik der vier Leipziger Hauptkirchen zuständig. Während dieser Zeit komponierte er herausragende Stücke wie das Weihnachtsoratorium, die Johannes-Passion und die Matthäus-Passion sowie unzählige Kantaten. Dabei widmete sich der überzeugte Lutheraner auch intensiv dem protestantischen Choral. Die besondere Bedeutung geistlicher Lieder für die evangelische Kirche geht bereits auf Martin Luther zurück, der einmal gesagt haben soll: „Singen ist eine edle Kunst und Übung.“ Mehr als 30 Kirchenlieder sind heute von Luther überliefert. Viele davon dienten Johann Sebastian Bach als Basis für mehrstimmige Chorsätze und Orgelbearbeitungen, die auch in der heutigen Zeit nichts von ihrer Ausstrahlungskraft verloren haben. 

Pilgerorte für Bach-Fans

Bach-Museum Leipzig
Bach-Museum Leipzig (Foto: LTM GmbH/Dirk Brzoska)
Bachs Grab liegt im Chorraum der über 800-jährigen Thomaskirche. Vor der Kirche, auf dem Thomaskirchhof, befindet sich ihm zu Ehren das 1908 errichtete Neue Bach-Denkmal des Leipziger Bildhauers Carl Seffner – ein beliebtes Fotomotiv für Musikfreunde aus der ganzen Welt.
 
Tipp: Wer mehr über Bachs Leben und Wirken in Leipzig erfahren will, sollte das Bach-Museum gleich gegenüber der Thomaskirche besuchen. Klangexperimente, Multimedia-Stationen und interaktive Elemente sind ebenso zu finden wie kostbare Originale. Ein besonderer Anziehungspunkt ist die Schatzkammer mit originalen Bach-Handschriften und anderen Raritäten.