Schon Luther weilte im Auerbachs Keller

Das Lokal gehörte einst einem Freund des Reformators

Der Buchdruck und die Reformation


Flugblatt Luther
Flugblatt (Foto: Deutsches Buch- und Schriftmuseum der Deutschen Nationalbibliothek)
Für den Fortgang und die Festigung der Reformation war die sächsische Buch- und Verlagsstadt von großer Bedeutung, denn hier wurden die lutherischen Schriften wie auch zahlreiche evangelische Gesangbücher in hoher Auflage gedruckt und anschließend im ganzen Land verbreitet. Luther wusste um die Macht des gedruckten Wortes und setzte das Massenmedium gekonnt für seine Zwecke ein. Leipzig war damals eines der führenden Zentren des Buchdrucks im deutschsprachigen Raum. Leistungsstarke Druckereien wie die Wolfgang Stöckels, Jacob Thanners oder Melchior Lotters waren weit über die Stadtgrenzen für ihre Qualität bekannt. Sie gehörten auch zu den Ersten, welche die 95 Thesen als Plakat  druckten.

Interessant ist allerdings, dass die Leipziger Buchdrucker nicht nur reformatorische Schriften herausgaben, sondern zunehmend auch Plakate und Bücher der Gegenreformation. Grund dafür war u.a. die ablehnende Haltung Herzog Georgs von Sachsen, der gegen die Verbreitung reformatorischer Texte immer massiver vorging. So ließ er 1527 den Nürnberger Buchführer Hans Hergot auf dem Leipziger Marktplatz hinrichten, da dieser das Werk „Von der newen Wandlung eynes Christlichen Lebens" verlegt hatte.

Melchior Lotter

Unter den Leipziger Druckern sticht Melchior Lotter heraus, der mehr als 160 Schriften Luthers herausgab. Er war ein Freund des Reformators und sympathisierte mit dessen Ideen. Als Martin Luther 1519 zur Leipziger Disputation in der Stadt weilte, war er im Hause Lotters in der Hainstraße zu Gast. Noch im gleichen Jahr gründete Lotter eine Zweigniederlassung in Wittenberg, die seine Söhne Melchior und Michael leiteten.
 

Die Lutherrose

Luthers Predigt zur Leipziger Disputation, Titelblatt
Luthers Predigt zur Leipziger Disputation, Titelblatt, gedruckt von Wolfgang Stöckel (Foto: Stadtgeschichtliches Museum Leipzig)
1519 veröffentlichte der Leipziger Druckereimeister Wolfgang Stöckel Luthers Predigt zur Leipziger Disputation. Das Deckblatt ist ein Holzschnitt, der den Reformator zeigt. In diesem ersten von ihm überlieferten Bild befand sich auch eine Rose. Seitdem war die Rose Luthers Zeichen und so verwendetet er sie (ergänzt durch ein Herz mit Kreuz) ab 1530 als Siegel für seinen Schriftverkehr. Gleichzeitig fungierte die Rose nach und nach als Symbol der evangelisch-lutherischen Lehre und Kirche und wurde Bestandteil unterschiedlicher Wappen.