Schon Luther weilte im Auerbachs Keller

Das Lokal gehörte einst einem Freund des Reformators

Die Reformation hält Einzug in Leipzig


Thomaskirche
Thomaskirche (Foto: LTM/Andreas Schmidt)
Im 15. und 16. Jahrhundert war Leipzig für das geistige und wirtschaftliche Leben in Kursachsen von zentraler Bedeutung. Die Reformation bescherte der Stadt einen ungeahnten Aufschwung, ob man nun an den Handel und das Handwerk, die Wissenschaften und Künste oder auch die Politik denkt. Doch nach der Leipziger Disputation 1519 sollte es noch zwanzig Jahre dauern, bis die Reformation tatsächlich in Leipzig Einzug hielt. Denn die Ansichten, die Luther während des Streitgesprächs in der Pleißenburg vortrug, entsetzten Herzog Georg von Sachsen derart, dass er zu einem erbitterten Luthergegner wurde. Erst nach seinem Tod kam es zu einem politischen Umschwung, als sein Bruder Heinrich den Thron bestieg.

Zu Pfingsten 1539 führte Heinrich der Fromme den protestantischen Glauben als Staatsreligion im Herzogtum Sachsen ein. Anlässlich des offiziellen Festakts war auch Luther in Leipzig zu Gast. Er predigte in der Kapelle in der Pleißenburg und hielt eine Festrede in der Thomaskirche, begleitet vom Gesang des Thomanerchors. Letztmalig weilte der Reformator zur Weihe der Universitätskirche als evangelische Kirche im August 1545 in Leipzig. Ein halbes Jahr später, am 18. Februar 1546, verstarb er in Eisleben.