Schon Luther weilte im Auerbachs Keller

Das Lokal gehörte einst einem Freund des Reformators

Luthers Aufenthalte in Leipzig


Martin Luther und Heinrich Stromer - Gemälde von Volker Pohlenz, 2012 (Foto: Auerbachs Keller)
Martin Luther und Heinrich Stromer – Gemälde von Volker Pohlenz, 2012 (Foto: Auerbachs Keller)
1483 in Eisleben geboren, wirkte Martin Luther nach seinem Studium der Theologie als Professor an der Theologischen Fakultät der Universität Wittenberg. Von dort aus reiste er auch mehrere Male in das 100 Kilometer entfernte Leipzig – manchmal sogar zu Fuß. Während seiner Aufenthalte weilte er oftmals im Gasthaus seines Freundes Dr. Heinrich Schmiedeberg, dem heutigen „Thüringer Hof“.
 
Einmal nächtigte er sogar inkognito in Leipzig: 1521 reiste er von der Wartburg, wo er als Junker Jörg untergetaucht war und die Bibel übersetzte, nach Wittenberg. Eine gefährliche Unternehmung, denn Luther war exkommuniziert und vogelfrei. Am 3. Dezember erreichte er mit Einbruch der Dunkelheit die Stadt Leipzig. Unerkannt kam er bei seinem Freund Heinrich Stromer von Auerbach unter. Der Professor der Pathologie an der Universität Leipzig hatte sich schon bei der Leipziger Disputation 1519 auf Luthers Seite gestellt. In seinem großen Haus nahe dem Rathaus – dort, wo sich noch heute das Restaurant Auerbachs Keller befindet – fand Luther für eine Nacht Aufnahme. Beide wussten sehr wohl, wie gefährlich dieses geheime Treffen war. Doch alles verlief gut: Unbeschadet konnte der Reformator am nächsten Tag seine Reise nach Wittenberg fortsetzen. Heute erinnert in der Luther-Stube im Auerbachs Keller ein Gemälde des Malers Volker Pohlenz an diese Begebenheit.